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Der mit den Hühnern kuschelt
Marius Lux aus Buchholz ist mit zehn Jahren bereits begeisterter
Freund und angehender Züchter von Rassegeflügel.
Bericht von Antje Hesse im Generalanzeiger Bonn am 3 /4 . April 10

SIEBENGEBIRGE.
Für Marius Lux ist seit kurzem jeder Tag ein bisschen wie Ostern. Denn morgens, nach dem Aufstehen, geht der Junge aus Buchholz raus zum Eiersuchen. Aber keine Schokoeier. Echte Eier, von seinen eigenen Hühnern. Seit zwei Wochen ist es warm genug, dass die Hennen Eier legen. Und Marius freut sich jedes Mal, wenn er im Stroh eines entdeckt. Mit seinen zehn Jahren ist er das Küken im Rassegeflügelzuchtverein Asbacher Land - und mit vollem Elan dabei.
Andere Kinder mögen davon träumen, einen Hund oder ein Meerschweinchen zu bekommen, Marius wollte Hühner. Den Floh hat ihm sein Vater ins Ohr gesetzt, denn der hatte früher selbst Geflügel. Nachdem er Marius die Fotos gezeigt hatte, war der kecke kleine Kerl nicht mehr zu bremsen. "Im Garten ist kein Platz dafür", machte Hans Lux seinem Sohn klar. Also zog. Marius los und fragte den Besitzer des benachbarten frei liegenden Grundstücks, ob er dort Hühner halten dürfte. Er durfte.:
"Meine Schwester Janina hat Fische bekommen und ich die Hühner", erzählt Marius. Erfahrung im Umgang mit Tieren hatten beide schon. Immerhin wohnen bei Familie Lux auch ein Hund, drei Katzen, drei Kaninchen und Bienen. Auch eine kranke Krähe und ein Lamm päppelten sie schon auf.
Mit Hilfe seiner Familie baute Marius dann letzten Sommer ein mit Rindenmulch ausgestattetes Freigehege samt Stall. "Marius Hühnerfarm" prangt in bunten Lettern auf dem Holzhäuschen, das den sieben Hennen Unterschlupf gewährt. Zwei Seabrights, zwei Marans, zwei Ostfriesische Möwen und ein Vorwerkhuhn hält Marius. Und Bibi und Tina, Sunny und Funny, Jolly Jumper und ihre Mitbewohner scheinen sich dort pudelwohl zu fühlen. Wenn der Zehnjährige mit einer Banane ins Gehege kommt, fressen sie ihm sogar aus der 'Hand. "Die Marans sind mir am liebsten, die laufen nicht so schnell weg", sagt Marius. Die nimmt er gerne auf den Arm zum Streicheln.
"Hühner sind zwar keine Kuscheltiere, aber gestreichelt werden sie schon gerne", sagt Theo Freund, Vorsitzender des Rassegeflügelzuchtvereins Asbacher Land. "Wenn man sie an den Kehllappen am Hals streichelt, dann machen sie sogar die Augen zu", ergänzt seine Frau Edith, die im Verein die Kasse führt. Bei den Freunds haben rund 120 bis 150 Hühner in einem riesigen Gehege ihr Zuhause, hier hat Marius auch seine Hennen erstanden. Und von den Freunds erhält er sein Wissen für die Hühnerhaltung. "Wir hatten schon mehrere Jugendliche im Verein, aber die waren nicht so jung und nicht so begeistert wie er", meint Theo Freund, der froh ist über so eifrigen Nachwuchs. "Marius bohrt immer nach, das ist gut. Denn wenn man züchten will, verlangt das viel Wissen."
So will Marius jetzt auch mit seinem Vater die Züchterschulung des Vereins besuchen. Denn seit Dezember ist er stolzer Besitzer eines Hahns. "Wir hatten erst Sorge, dass die Nachbarn da was gegen haben könnten, wegen dem Krähen", erzählt Mutter Bettina. Aber Marius zog los und holte sich das Okay der Nachbarn. „Das sieht so cool aus, wenn der Hahn kräht schwärmt er und reckt den Kopf um zu zeigen wie der Hahn das macht. Von der bedrohten Rasse der Ostfriesischen Möwen ist der Hahn. Deren Aussterben will Marius verhindern helfen.
Seit dem es wärmer ist, haben die Hennen ihre ersten Eier gelegt. „In anderthalb Wochen hatte ich schon 20 Stück“, erzählt Marius stolz. Die der Möwen gibt er Theo Freund, der sie bei sich in den Brutkasten stellt, damit Küken schlüpfen können. Die anderen Eier kann die Familie verzehren. Noch kann Marius genau aufzählen, welches Ei zu Rührei wurde und wer welches gegessen hat. Dafür werden es bald zu viele sein. Aber das Schönste am Hühnerhalten ist für Marius ohnehin: "Das Kuscheln." Zum Beispiel mit einem der kleinen Seabrights. Das dreht Marius auf den Rücken und krault es am Bauch. Und das Huhn? Das schmiegt sich ganz genüsslich in Marius' Armbeuge.
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